NukeNews No. 22 - GERMAN

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*           NukeNews #22 - Anti-Atom-Infodienst            *
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0.  Vorwort
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Willkommen zu einer neuen Ausgabe der NukeNews! Dieser Newsletter 
enthält Nachrichten von Aktivist*innen und Organisator*innen, die 
durch das Nuclear Heritage Network verbunden sind. Ein Schwerpunkt 
dieser Ausgabe ist das geplante internationale Atommülllager in 
Australien, das von zwei verschiedenen Beitragenden diskutiert wird. 
Zwei weitere Artikel beziehen sich auf Australiens neue Verfahren beim 
Uranabbau. Außerdem bringen wir einige Berichte und 
Veranstaltungsankündigungen, Beschreibungen der neuesten Entwicklungen 
bei Atommülllagern in Frankreich und Tschechien und weitere Beiträge. 
Wir hoffen, dass ihr diesen Newsletter nützlich und informativ findet.


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Inhaltsverzeichnis der aktuellen NukeNews #22
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0.  Vorwort
1.  Tschechische Republik: Warum zerfällt die Arbeitsgruppe für den
    Dialog über eine Stätte für geologische Lagerung?
2.  Große Demonstration an der Atomfabrik Lingen am 29.10.2016
3.  Gift im Herzen. Die atomare Verwüstung Südaustraliens
4.  Australiens Pläne für ein internationales Atommülllager
5.  Bericht: Trinationales Fasten in Büchel vom 6. bis zum 9. August
6.  Erklärung von Montreal für eine Welt ohne Atomspaltung
7.  Radioaktiver flüssiger Atommüll: Stoppt den Transport
8.  Beschwerde gegen vorgeschlagene Genehmigung des Mulga Rock-
    Uranbergwerks
9.  Genehmigung eines weiteren Uranbergwerkes in Westaustralien
    vorgeschlagen
10. Vorbereitung des internationalen Sommercamps 2017
11. Russland: Proben aus von Tschernobyl betroffenen Gegenden vor
    Gericht
12. FSB durchsucht Wohnung eines Rosatom-Kritikers
13. Bure - Wiederbesetzung des Waldes und Aktionen gegen das Atomklo
14. Veranstaltungen der nächsten Monate
15. Was sind die NukeNews?


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1.  Tschechische Republik: Warum zerfällt die Arbeitsgruppe für den
    Dialog über eine Stätte für geologische Lagerung?
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Ende Juni 2016 erklärten Calla und Green Circle (eine Vereinigung 26
bekannter Umweltschutz-NGOs) in einer Pressemitteilung, sechs
Vertreter*innen der Standorte Březový potok und Hrádek hätten im April
und Mai 2016 die Arbeitsgruppe (AG) für den Dialog über eine Stätte
für geologische Lagerung verlassen. Die Bürgermeister*innen und
Vereinigungen an beiden Standorten haben das Gefühl, dass die AG
missbraucht wird und ihre Statute verletzt, da sie nicht zu einer
transparenten Suche nach dem Standort für geologische Lagerung
beiträgt. Was sind die Gründe dafür?

Den ganzen Artikel gibt es hier:
http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Why_is_the_Working_Group_for_Dialogue_on_a_Geological_Disposal_Facility_falling_apart%3F


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2.  Große Demonstration an der Atomfabrik Lingen am 29.10.2016
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In Lingen/ Niedersachsen findet noch immer die Produktion von
Brennelementen statt. Obwohl die deutsche Bundesregierung entschieden
hat, stufenweise aus der Atomkraft auszusteigen, sind die Atomanlagen
in Lingen und Gronau (Urananreicherung) vom Atomausstieg
ausgeklammert. Das Gegenteil ist der Fall, es existieren Pläne für
Erweiterungen und immer neue Kapazitäten zur Atommüll-Lagerung. Wir
wollen einen sofortigen Stopp der weltweiten Belieferung von
Atomkraftwerken mit Brennelementen!! Ein Bündnis verschiedener Anti-
Atom-Gruppen und Netzwerke hat eine Kampagne gegen den Betrieb dieser
Atomanlagen gestartet und zerrt diesen Umstand in die Öffentlichkeit.
Kommt bitte und seid Teil der großen Demo am 29.10.2016 in Lingen!!

http://weltweit.nirgendwo.info/2016/09/03/29-10-2016-demonstration-in-lingen-aufruf/


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3.  Gift im Herzen. Die atomare Verwüstung Südaustraliens
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Obwohl es nirgendwo auf der Welt ein sicheres Endlager gibt, hat ein
kleiner Kader ehrgeiziger prometheischer Technokraten in Südaustralien
aus irgendeinem Grund beschlossen, das Land besitze die Lösung für das
weltweite Atommüllproblem. Der kürzlich erschienene Nuclear Fuel
Cycle Royal Commission Report (Bericht der Königlichen Kommission über
den nuklearen Brennstoffkreislauf) empfiehlt, die Regierung von
Südaustralien solle mehr als ein Drittel des hochaktiven Atommülls der
ganzen Welt übernehmen, zuerst überirdisch lagern und schließlich in
noch zu bauenden unterirdischen Lagern in der Wüste Südaustraliens
vergraben. Der Bericht schlägt vor, Südaustralien solle 138.000 Tonnen
hochradioaktiver Abfälle in Form abgebrannter Brennstäbe sowie 390.000
Kubikmeter mittelradioaktiven Abfalls zur Zwischenlagerung und
späteren Endlagerung importieren.

Das Projekt, das atomare Gift der Welt im Herzen der australischen
Wüste zu vergraben, kommt nicht aus dem Nichts. Die Idee taucht schon
seit zwei Jahrzehnten in verschiedenen Formen auf. Die ersten Vorboten
dieses höllischen Plans, Australien ins Atommülllager für die ganze
Welt zu verwandeln, erschienen Ende der '90er, als Pangea Resources,
ein in Großbritannien ansässiges Unternehmen, den Bau eines
kommerziellen Atommülllagers in Westaustralien vorschlug. Das Projekt
wurde mit einem Budget von 40 Millionen Dollar gefördert. Davon
stammten 80 % von British Nuclear Fuels Limited (komplett im Besitz
der britischen Regierung) und die übrigen 20 % von zwei Unternehmen
für Atommüllentsorgung.

Den ganzen Artikel gibt es hier:
http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Poison_in_the_Heart._The_Nuclear_Wasting_of_South_Australia


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4.  Australiens Pläne für ein internationales Atommülllager
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Im März 2015 richtete der Premierminister des Bundesstaats
Südaustralien als Reaktion auf das Schwächeln der Wirtschaft eine
Royal Commission (eine Untersuchungskommission auf hoher Ebene) ein,
die Möglichkeiten zur Ausweitung der Atomindustrie in Südaustralien
erforschen sollte. Zurzeit ist die Beteiligung daran auf den Uranabbau
beschränkt - Südaustralien baut etwa 75 % des australischen
Uranertrags ab und das riesige Bergwerk BHP Billiton Olympic Dam
befindet sich dort.

Im Mai 2016 erstattete die Kommission Bericht: Es
gibt zwar nur wenige Möglichkeiten für zusätzlichen Uranabbau,
Mineralienverarbeitung oder -anreicherung sowie inländische Atomkraft
- Geld machen aber kann man mit Atommüll. Die Kommission empfahl,
Südaustralien solle "möglichst bald" etwa ein Drittel des weltweiten
hochradioaktiven Atommülls importieren, lagern und schließlich
vergraben. 

Die Staatsregierung führt momentan ein sehr industriefreundliches
"Gespräch mit den Bürgern". Später in diesem Kalenderjahr wird sie
formell auf die Empfehlungen der Kommission reagieren. An diesem
Vorgang stimmt sehr vieles nicht, aber besonders besorgniserregend ist
Folgendes: Für die Lieferung wichtiger Daten und wirtschaftlicher
Modellierungen wurde eine Firma (die in der Schweiz ansässige MCM)
unter Vertrag genommen, die vom früheren technischen Leiter von Pangea
Resources gegründet wurde. Diese Gruppe stand hinter einem
fehlgeschlagenen Versuch, in den 90er Jahren ein internationales
Atommülllager in Australien einzurichten. Es überrascht nicht, dass
die ökonomischen Annahmen der Royal Commission undurchsichtig und
höchst optimistisch sind.


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5.  Bericht: Trinationales Fasten in Büchel vom 6. bis zum 9. August
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Pariser*innen, Londoner*innen, einige Menschen in Afrika und die
üblichen Verdächtigen in Japan haben wieder an die Atombombenabwürfe
auf Hiroshima und Nagasaki erinnert. Die globale Verständigung "genau
zur richtigen Zeit" ist immer noch etwas schwierig, deshalb sprechen
wir fürs Erste von "trinational". Auch mir fiel es diesmal nicht
leicht, aber die Gruppe motiviert einen. Außerdem wusste ich, dass
einige Leute schon seit dem 30. Juli nichts mehr aßen. Die Einladung
nach Büchel ging von atomwaffenfrei.de (ICAN) und dem Internationalen
Versöhnungsbund aus. Eine Jugendgruppe führte ein Theaterstück mit
Musik auf, ein Trompeter stimmte genau zu jeder vollen Stunde vor dem
Fliegerhorst "We Shall Overcome" an und natürlich gab es während
unseres Protestes auch interessante Gespräche.

Den ganzen Artikel gibt es hier:
http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Trinational_Fasting_in_B%C3%BCchel_from_6th_till_9th_of_August


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6.  Erklärung von Montreal für eine Welt ohne Atomspaltung
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Wir rufen kollektiv zur Mobilisierung der Zivilgesellschaft weltweit
auf, um alle Atomwaffen zu beseitigen, die Massenproduktion
hochradioaktiver Abfälle durch die stufenweise Abschaltung der
Reaktoren zu beenden und den Uranabbau weltweit zu stoppen. Erstellt
am 8. - 12. August beim Weltsozialforum, Gruppe gegen Atomkraft.

http://ccnr.org/declaration_WSF_e_2016.pdf


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7.  Radioaktiver flüssiger Atommüll: Stoppt den Transport
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Zum ersten Mal könnte radioaktiver flüssiger Atommüll in einem
bewaffneten Konvoi 1100 Meilen über das Wassersystem der Großen Seen
von Chalk River in Ontario nach Savannah in South Carolina
transportiert werden - und das könnte schon im September beginnen.
Sieben Non-Profit-Gruppen haben durch einen Rechtsbehelf beantragt,
dass der Bundesgerichtshof in Washington D.C. den Transport durch
eine einstweilige Verfügung aufhält, bis ein angemessenes Gutachten
über dessen Auswirkungen auf die Umwelt erstellt wurde.

Mehr Informationen gibt es hier:
http://www.rcinet.ca/en/2016/08/16/radioactive-liquid-nuclear-waste-stop-the-transport/

Hintergrundinformationen:
http://www.beyondnuclear.org/waste-transportation/2016/8/1/documents-re-unprecedented-truck-shipments-of-highly-radioac.html


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8.  Beschwerde gegen vorgeschlagene Genehmigung des Mulga Rock-
    Uranbergwerks
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Mitte August hat die Umweltbehörde Westaustraliens EPA empfohlen, das
Uranabbau-Vorhaben 240 Kilometer nordöstlich von Kalgorlie zu
genehmigen. Das Projekt wird von dem von Twiggy Forrest finanzierten
Unternehmen Vimy Resources und einem Führungsteam vorangetrieben, das
aus ehemaligen Managern der Fortescue Metals Group und der Mineroo
Group sowie einem früheren liberalen Abgeordneten besteht. Kurz danach
hatten wir einen großartigen Workshop mit etwa 10 Leuten, die sich
alle darauf vorbereiten, Rechtsmittel gegen die EPA-Entscheidung
einzureichen - und damit den Umweltminister zu drängen, das geplante
Bergwerk nicht zu genehmigen. Wir arbeiten derzeit mit den Spinifex
und Pilk People, indigene Gemeinden der Großen Victoria-Wüste,
zusammen.

http://www.ccwa.org.au/mulga_rock_appeal


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9.  Genehmigung eines weiteren Uranbergwerkes in Westaustralien
    vorgeschlagen
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Anfang September empfahl die Umweltschutzbehörde von Westaustralien,
das geplante Wiluna-Uranbergwerk zu genehmigen. Wir sind enttäuscht,
aber nicht überrascht: Diese Umweltschutzbehörde neigt dazu, wichtige
Umweltgutachten anderen Regierungsbehörden zu überlassen. Wir halten
einen weiteren Workshop zum Verfassen von Einsprüchen ab, um möglichst
viele Einsprüche einlegen zu lassen und die Zulässigkeit des geplanten
Bergwerks in Frage zu stellen.

Mehr über den geplanten Wiluna-Uranbergbau gibt es hier:
http://www.ccwa.org.au/wiluna


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10. Vorbereitung des internationalen Sommercamps gegen Atomkraft 2017
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Im Juni 2017 sind Aktivist*innen und Interessierte aus ganz Europa
(oder auch von noch weiter weg) zu einem internationalen Sommercamp
gegen Atomkraft eingeladen, um Erfahrungen auszutauschen, über
Atomthemen in ihren Regionen zu informieren, ihre Fähigkeiten in den
Bereichen Organisation, Kampagnen und Aktionen zu entwickeln und in
Kontakt zu kommen. Dieses Camp, das alljährliche Nuclear Heritage
Network Gathering, soll in Ostdeutschland stattfinden. Wir beginnen
gerade mit den Vorbereitungen und brauchen dringend weitere Leute, die
uns dabei unterstützen. Wenn du helfen möchtest, das Camp möglich zu
machen, schreib bitte möglichst bald an
"contact AT nuclear-heritage PUNKT net".

Das letzte größere Gathering des Nuclear Heritage Network fand 2012
statt:
http://www.nuclear-heritage.net/index.php/International_Anti-nuclear_Network_Meeting_in_D%C3%B6beln
Diesmal soll es größer und umfassender werden. In den letzten Jahren
gab es nahezu keine internationalen Anti-Atom-Sommertreffen in
Europa. Wir möchten, dass dieses nun auch eine Plattform für
Aktivist*innen, Organisator*innen und andere Interessierte wird,
wo sie sich vernetzen und über Strategien gegen die Atomindustrie
diskutieren können. 


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11. Russland: Proben aus von Tschernobyl betroffenen Gegenden vor
    Gericht
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Am 28. Juni legte Greenpeace dem Obersten Gericht Russlands die
Ergebnisse von Messungen der Cäsium-137-Kontamination von Bodenproben
vor. 53 Bewohner*innen verschiedener von Tschernobyl betroffener
Städte und Dörfer in Brjansk hatten Rechtsmittel gegen eine frühere
Gerichtsentscheidung eingelegt. Diese bestätigte eine
Regierungsverordnung, derzufolge der Status bestimmter Dörfer und
Städte in kontaminierten Zonen herabgestuft oder aufgehoben werden
soll.

Die Regierung behauptet, wegen des Zerfalls von Cs-137 sei die
Kontamination durch Tschernobyl erheblich geringer geworden. In den
meisten Städten und Dörfern hat das Institut "Taifun" aber keine neuen
Bodenproben genommen, sondern nur die Ergebnisse von Proben aus den
1980ern und 90ern neu berechnet. Die Verordnung führte auch zur
Aufhebung sozialer Privilegien.

Den ganzen Artikel gibt es hier:
http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Russia:_Samples_from_Chernobyl_affected_regions_in_court


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12. FSB durchsucht Wohnung eines Rosatom-Kritikers
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In der geschlossenen Atomstadt Schelesnogorsk, Region Krasnojarsk,
Sibirien, Russland: Fjodor Marjasow, Co-Vorsitzender der regionalen
öffentlichen Umweltorganisation "The Nature of Siberia" (Die Natur von
Sibirien) berichtet, am 18. Juli um 19:00 Uhr sei seine Wohnung in der
geschlossenen Stadt Schelesnogorsk in der Region Krasnojarsk
durchsucht worden. Zwei Vertreter des russischen Inlandsgeheimdienstes
FSB erschienen in seiner Wohnung und zeigten einen vom Gericht
ausgestellten Durchsuchungsbefehl vor. Anlass der Durchsuchung war der
Verdacht, Fjodor Marjasow habe gegen Artikel 282 des Strafgesetzbuches
verstoßen, d.h. das Gesetz gegen das Schüren von Hass und Feindschaft
und die Verletzung der Menschenwürde. Strafen für einen Verstoß gegen
dieses Gesetz können von einer Zahlung von 300.000 Rubel (gut 4.100
Euro) bis zu 5 Jahren Gefängnis reichen. Agenten des FSB legten die
Ergebnisse einer sprachlichen Prüfung von Materialien vor, die Fjodor
Marjasow im Laufe mehrerer Jahre im sozialen Netzwerk "VKontakte"
veröffentlicht hat. Die Ergebnisse dieser Untersuchung stellten die
Grundlage für die Feststellung eines angeblichen Verstoßes gegen den
Artikel dar.

In Folge der Durchsuchung, die 1,5 Stunden dauerte, wurde ein Computer
beschlagnahmt, außerdem drei Exemplare der gedruckten Version des
Berichtes "Siberian GAMBIT the Grand Chessboard of the State
Corporation Rosatom" (Sibirisches GAMBIT: Das große Schachbrett des
Staatsunternehmens Rosatom), der von KROEO "Nature of Siberia"
erstellt wurde (mit finanzieller Unterstützung von Green World). Nach
der Untersuchung wurde Fjodor Marjasow zum FSB Schelesnogorsk gebracht
und verbrachte dort drei Stunden, bevor er entlassen wurde. Laut
Fjodor Marjasow hat das Interesse des FSB mit seiner Kritik an Rosatom
zu tun, die er schon seit vielen Jahren als Mitglied von KROEO "Nature
Siberia" äußert. Seine Hauptkritik galt dem geplanten Bau eines
nationalen Atommülllagers in Schelesnogorsk. Mehr Informationen über
das Thema gibt es im Dokumentarfilm "Digging Our Own Grave" (Wir
graben unser eigenes Grab):
http://greenworld.org.ru/videofilms/ONM_itog_ang_121114.mp4 (Englisch)
http://greenworld.org.ru/videofilms/NOM_rus.mp4 (Russisch)

Außerdem strengte Fjodor Marjasow einen Aufruf an Präsident Putin an,
den Bau eines unterirdischen Atommülllagers in der Nähe von
Krasnojarsk, wo eine Million Menschen leben, zu verbieten. Etwa
80.000 Personen haben den Aufruf unterschrieben. Fjodor Marjasow wird
sich vor Gericht verteidigen müssen. Die Anwaltskosten für einen
solchen Fall in Krasnojarsk werden auf mindestens 300.000 Rubel
geschätzt.


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13. Bure - Wiederbesetzung des Waldes und Aktionen gegen das Atomklo
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Die Abstimmung über das französische Endlagergesetz, das für die erste
6 Milliarden Euro teure Bauphase des Atommülltieflagers namens CIGÉO
in Bure den Grundstein legte, erfolgte in der Assemblée Nationale ohne
richtige Debatte in einer Sondersitzung am 11. Juli 2016 zwischen dem
EM-Finale und dem Nationalfeiertag am 14. Juli. Die für das Gesetz
zuständige Umweltministerin Ségolène Royal blieb der Abstimmung fern
und zog ein Fotoshooting mit Fußballpromis der Debatte vor. Sie wurde
durch den für die Frankophonie zuständigen Staatssekretär vertreten.
An der Abstimmung nahmen lediglich ca. 20 Abgeordnete teil. Einzig 4
Ökoabgeordnete stellten Anträge und stimmten gegen das Gesetz.

Die Gegner*innen des Atommüllendlagerprojektes sahen schon lange das
Treiben der Politiker*innen als eine Farce und setzten auf Widerstand
von unten. Der Widerstand wächst seit dem Beginn der Bauarbeiten für
CIGÉO im Wald von Mandres-en-Barrois Anfang Juni. Der Wald wurde
besetzt und nach 3 Wochen von der Polizei geräumt. Ca. 500 Menschen
folgten am 16. Juli dem Aufruf, den Wald wieder zu besetzen. Ein
buntes Treiben machte sich auf den Weg und eroberte den Wald zurück.

Mehr im Erfahrungsbericht (deutsch):
http://gruenes-blatt.de/index.php/2016-02:Bure_-_Wiederbesetzung_des_Waldes_und_Aktionen_gegen_das_Atomklo


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14. Veranstaltungen der nächsten Monate
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Ihr seid eingeladen, uns eure lokalen und internationalen
Veranstaltungshinweise für die umfangreiche Terminseite beim
Nuclear Heritage Network und für diesen Auszug in den NukeNews zu
senden!
http://upcoming.nuclear-heritage.net

24.09.16-25.09.16: 6. Temelín-Konferenz 2016, AKW Temelín (CZ)
01.10.16-02.10.16: Demonstration und Konferenz "Arrêt du nucléaire,
                   énergie de destruction massive!", Flamanville (F)
28.09.16-02.10.16: International Uranium Film Festival
                   (Internationales Uran-Filmfestival), Kino der
                   KulturBrauerei in Berlin (D)
17.10.16 18:30:    Seminar des MKG (NGO zur Kontrolle von Atommüll)
                   zum Thema Atommüllentsorgung in Forsmark,
                   Equmeniakyrkan (Ökumene-Kirche), Svarvargatan 6, in
                   Osthammar (S)
23.10.16 9:30:     Offene Konferenz der CND (Campaign for Nuclear
                   Disarmament): new times, new methods?
                   Mechanics Centre, 103 Princess Street, in
                   Manchester, M1 6DD (UK)
29.10.16 13:00:    überregionale Demonstration gegen
                   Atombrennstofffabrik und Atomkraftwerk, Bahnhof in
                   Lingen (D)
25.11.16 11:00:    Fachtagung zu Castor-Zwischenlager, Exerzitienhaus
                   Himmelspforten, Mainaustr. 42, in Würzburg (D)
05.12.16-11/12/16: Seminar "Atomgefahren im Ostseeraum" im
                   Projekthaus, Am Bärental 6, in Döbeln (D)
Wahrscheinl. 2017: Widerstand gegen Castortransport in Frankreich und
                   Deutschland
01.03.17-01.04.17: Hauptverhandlungen am Umweltgericht über SKBs Antrag
                   zum Bau von KBS3, Bezirksgericht in Nacka (S)


http://gruene-fichtelgebirge.de/akw-temelin/6-temelin-konferenz-2016/
http://www.can-ouest.org/wp-content/uploads/2016/03/Programme-4-pages.jpg
http://uraniumfilmfestival.org/en/berlin-2016-program
http://www.nonuclear.se/en/kalender/mkg-osthammar20161017
http://www.cnduk.org/get-involved/events/item/2564-cnd-open-conference-new-times-new-methods?
http://weltweit.nirgendwo.info/2016/09/03/29-10-2016-demonstration-in-lingen-aufruf/
http://ag-schacht-konrad.de/index.php?option=com_content&task=view&id=769&Itemid=189
https://projekthaus-doebeln.org/index.php?title=Termine:Atomgefahren_im_Ostseeraum_2016
http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Castor_Resistance_in_Germany_2017
http://www.nonuclear.se/en/kalender/kbshuvudforhandling-md


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15. Was sind die NukeNews?
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Die NukeNews sind ein mehrsprachiges Newslettersystem des Nuclear
Heritage Network. Sie spiegeln die Aktivitäten, Themen und Kämpfe der
Anti-Atom-Aktivist*innen wider, die durch diese internationale
Community miteinander vernetzt sind. Die Nachrichten werden von
Aktivist*innen zusätzlich zu ihren normalen Anti-Atom-Aktivitäten
geschrieben und übersetzt. Der Newsletter will sowohl Aktivist*innen
als auch die interessierte Öffentlichkeit informieren und auf dem
Laufenden halten.

Deine Beiträge zu den NukeNews sind willkommen! Sende sie per E-Mail
an "newsletter AT nuclear-heritage DOT net". Der Text sollte sehr
kurz und in Englisch verfasst sein. Bitte mach es nicht länger als
einen Absatz. Wir brauchen eine präzise Überschrift für deinen
Artikel; du kannst auch einen Link zu weiteren Informationen anfügen.
Die Deadline für die 23. Ausgabe der NukeNews ist der 9. Oktober 2016.

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