PR:Atommüll-Endlager in Sachsen? Geschichte wiederholt sich - Forschungsprojekt informiert

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Presseinformation
28. April 2012


Atommüll-Endlager in Sachsen?

Geschichte wiederholt sich - Forschungsprojekt informiert

Döbeln Mit einer Veranstaltungsreihe und Ausstellung informiert ein Forschungsprojekt von Greenkids e.V. im Juni über die Problematik der Endlagerung von Atommüll. In der Zwischenzeit debattieren Politiker*innen in Land und Bund über ein mögliches Endlager in Sachsen.

Im Kontext der Verhandlungen zum Endlagersuchgesetz wurde in den letzten Tagen auch die Möglichkeit einer solchen dauerhaften Verwahrstätte für Atommüll auch in Sachsen erörtert. Sicherheit kann keiner der bisher vorgeschlagenen Standorte für den erforderlichen Zeitraum bieten.

Bis zur Einrichtung des Zentralen Endlagers für Atommüll der DDR in Morsleben (Sachsen-Anhalt) in den 1970er Jahren wurden alle radioaktiven Abfälle Ostdeutschlands in einem Zwischenlager in Lohmen bei Dresden "entsorgt". 1971 und 1972 erfolgten die ersten Einlagerungen in Morsleben aus Lohmen, da das Lager in Sachsen keine Lagerkapazitäten mehr hatte.

Seit 2004 arbeitet das Forschungsprojekt zur Geschichte des Endlagers Morsleben an der Aufarbeitung der DDR- und BRD-Vergangenheit der Atomanlage einschließlich Standortsuche und -vergleiche, politischer Entscheidungen in Ost und West, Sicherheitsproblemen, Einlagerungen und den Protesten dagegen. Bereits in den 1960er Jahren hatten sich mehrere sächsische Verwaltungseinheiten bereit erklärt das damals erst geplante Endlager der DDR bei sich aufzunehmen. In die nähere Auswahl kam keiner dieser Standorte, da die damals deutlich niedrigeren Anforderungen von keinem erfüllt werden konnten.

Das Forschungsprojekt hat seitdem Zeitzeug*innen interviewt, Akten in mehr als einem Dutzend Archiven einschließlich Stasi-, Bundes- und Landesarchiven gesichtet und mit dem "Morsleben-Archiv" die größte unabhängige Sammlung von Dokumenten zu der Atomanlage eingerichtet. Dieses Archiv befindet sich nun im Projekthaus in Döbeln-Mannsdorf.

Vom 1. bis 30. Juni 2012 wird Greenkids die Ausstellung "Morsleben - Geschichte eines umstrittenen Atomprojekts" in Döbeln, im Café Courage zeigen. Dazu gibt es ein informatives und vielseitiges Programm, das verschiedene Aspekte der Endlagerproblematik beleuchtet. Am 1. Juni wird mit einer Vernissage, Eröffnungsansprachen, Buffet und musikalischem Begleitprogramm der Startschuss für die Ausstellung gegeben. Es folgen ein Infoabend zum "Sicherheitsrisiko Morsleben" am 5. Juni mit einem Vortragenden der "Morsleben-Kampagne" aus Braunschweig. Der Film "Into Eternity" behandelt das Problemfeld der dauerhaft sicheren Lagerung radioaktiver Stoffe am Beispiel skandinavischer Endlagerprojekte und wird am 12. Juni gezeigt. Einen Überblick zum "Atommüll-Desaster in der BRD" gibt eine Infoveranstaltung am 19. Juni mit einem Referenten von Greenkids aus Magdeburg. Den Abschluss bildet eine zeitgeschichtliche Diapräsentation des Greenkids-Atomexperten Falk Beyer mit dem Titel "Morsleben - Einblicke in die Tiefen eines Endlagers" am 30. Juni.

"Es gibt keine sichere Lösung für das Atommüll-Problem", so Beyer. "Das langlebige radioaktive Material muss für Millionen von Jahren sicher von der Außenwelt isoliert werden. Niemand kann belastbare Prognosen über die Entwicklung von Geologie und Zivilisation, technische Entwicklungen sowie den Erhalt des Wissens um die Gefahren aufstellen. Eine sichere Konzeption eines Atommüll-Endlagers ist schlicht unmöglich."

Die Veranstaltungsreihe greift damit ein mit der aktuellen Endlagerpolitik der Bundesregierung auch regional bedeutsames Thema auf. Am Beispiel des gescheiterten Endlagerprojekts Morsleben, aber auch durch den Blick über den Tellerrand auf andere Entsorgungsvorhaben, wird die Problematik und Dramatik der ungelösten Atommüllverwahrung verdeutlicht.

Über den bisherigen Ausstellungsfahrplan informiert die Internetseite http://greenkids.de/morsleben . Dort sind auch Publikationen mit tiefergehenden Informationen zur Geschichte des Atommülllagers in Morsleben und zu Sicherheitsaspekten zu finden.

An die Redaktion:
Gern steht Greenkids-Atomexperte Falk Beyer für ein Hintergrundgespräch bereit. Dieses lässt sich auch mit einem Einblick in das Morsleben-Archiv im Projekthaus verbinden. Sowohl umfassende Informationen, Einblicke in Stasi-Dokumente zum Atommülllager als auch Bildmaterial können wir Ihnen zur Verfügung stellen.
Wir bitten Sie die Ausstellung und das Rahmenprogramm anzukündigen und vorzustellen. Telefonische Rücksprachen und Terminvereinbarungen sind bis Montag, 30. Mai und danach wieder ab dem 9. Mai unter 03431/5894170 oder per E-Mail an presse AT greenkids.de[1] möglich .


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Greenkids e.V.

Postanschrift:
Postfach 32 01 19
39040 Magdeburg

Hausanschrift:
Herrenkrug 2
39114 Magdeburg

Projekthaus Mannsdorf
Am Bärental 6
D-04720 Ebersbach OT Mannsdorf

E-Mail: mail AT greenkids.de[1]
Internet: http://greenkids.de
Fon: +49 34 31-589 412 70
Fax: +49 911 30844 77076

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