PR:Ausstellung 'Morsleben - Geschichte eines umstrittenen Atomprojekts' in Döbeln

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Presseinformation
22. Mai 2012


Ausstellung zur Atommüll-Problematik:

"Morsleben - Geschichte eines umstrittenen Atomprojekts"

Döbeln Vom 1. bis 30. Juni ist die Ausstellung "Morsleben - Geschichte eines umstrittenen Atomprojekts" im Café Courage, Bahnhofstr. 56, zu sehen. Thema ist das frühere zentrale Atommüll-Endlager der DDR, das an der innerdeutschen Grenze im heutigen Sachsen-Anhalt lag. Die Ausstellung behandelt Ost- und Westgeschichte in Hinblick auf die Atomanlage, Sicherheitsprobleme, den Einsatz der Stasi, Einlagerungen und andere Themen.

Begleitet wird die Ausstellung von einem umfangreichen Rahmenprogramm. Jede Woche befasst sich ein Themenabend mit anderen Aspekten der ungelösten Atommüllproblematik. Dazu sind Referent*innen aus verschiedenen Teilen der BRD eingeladen. "Morsleben - Geschichte eines umstrittenen Atomprojekts" wurde mit Unterstützung u.a. von der sachsen-anhaltinischen Landeszentrale für politische Bildung und der früheren Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Sachsen-Anhalts von Greenkids e.V. produziert. Seit der ersten Präsentation im Jahr 2004 haben sich etwa 30.000 ein Bild von der prekären Lage und umstrittenen Vergangenheit der Anlage verschafft. In Döbeln wird jetzt eine überarbeitete und aktualisierte Ausstellung gezeigt.

"Morsleben ist Paradebeispiel für die gescheiterte Entsorgung von Atommüll", sagt Falk Beyer von Greenkids e.V. "Die grundsätzlichen Sicherheitsprobleme sind auch in anderen Atommülllagern nicht viel anders als in Morsleben, obwohl akute Einsturzgefahr und das Eindringen von Wasser an mehr als 20 Punkten ein herausragend katastrophales Ausmaß darstellen. Mit der Ausstellung wollen wir die Unlösbarkeit des Atommüllproblems verdeutlichen und Bürger*innen dazu aufrufen, kritisch gegen die Pläne der Bundesregierung aufzutreten, die den Müll in der 'Tropfsteinhöhle' für alle Ewigkeiten belassen will."

Aktuelle Brisanz erhält die Ausstellung auch durch die Debatte um das Endlagersuchgesetz der Bundesregierung. In diesem Rahmen werden auch mögliche zukünftige Standorte in Sachsen erörtert. Die Ausstellung und das Begleitprogramm zeigen einige Probleme und Herausforderungen auf, die auch mit dem neuen Atommülllager wieder anstehen.

Im Atommülllager Morsleben befinden sich über 36.000 m³ sogenannten niedrig- und mittelradioaktiven Atommülls sowie mehr als 6.000 Strahlenquellen, die zum Teil als hochradioaktiv betrachtet werden. Der größte Teil davon wurde innerhalb von nur vier Jahren von der BRD in Morsleben eingelagert. Das "Tafelsilber der deutschen Einheit", wie Morsleben polemisch bezeichnet wurde, rettete damit die westlichen Atomreaktoren vor der Verstopfung. Deren Zwischenlager waren Anfang der 1990er Jahre überfüllt und eine Lösung war nicht in Sicht. Die radioaktiven Abfälle wurden in Fässern gestapelt, in Bohrlöchern versenkt, lose verkippt und flüssig versprüht.

Greenkids e.V. arbeitet seit 2003 intensiv am Thema Morsleben und hat neben der Ausstellung und mehreren Fachpublikationen auch die größte unabhängige Sammlung von Dokumenten zur Geschichte der Atomanlage im "Morsleben-Archiv" zusammen getragen. Diese Arbeiten erfolgen im Kontext des Forschungsprojekts zur Geschichte Morslebens, das bei Greenkids e.V. angesiedelt ist.

Über den bisherigen Ausstellungsfahrplan informiert die Internetseite http://greenkids.de/morsleben . Dort sind auch Publikationen mit tiefergehenden Informationen zur Geschichte des Atommülllagers in Morsleben und zu Sicherheitsaspekten zu finden.


An die Redaktion:
Gern steht Greenkids-Atomexperte Falk Beyer für ein Hintergrundgespräch bereit. Dieses lässt sich auch mit einem Einblick in das Morsleben-Archiv im Projekthaus verbinden. Sowohl umfassende Informationen, Einblicke in Stasi-Dokumente zum Atommülllager als auch Bildmaterial können wir Ihnen zur Verfügung stellen. Wir bitten Sie die Ausstellung und das Rahmenprogramm anzukündigen und vorzustellen. Telefonische Rücksprachen und Terminvereinbarungen sind unter 03431/5894170 oder per E-Mail an presse AT greenkids.de[1] möglich.


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