PR:Umweltminister Remmel will Gronauer Uranfabrik schließen. Aber wann?

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BBU-Pressemitteilung
14.06.2016


Umweltminister Remmel will Gronauer Uranfabrik schließen. Aber wann?

(Gronau, Bonn, Düsseldorf, 14.06.2016) Anti-Atomkraft-Initiativen, der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) und weitere Organisationen fordern schon lange, dass im Streit um die Nutzung der Atomenergie das Übel an der Wurzel angepackt werden muss. In NRW bedeutet das: Die bundesweit einzige Urananreicherungsanlage, die in Gronau Uran für den Einsatz in zahlreichen in- und ausländischen Atomkraftwerken vorbereitet, muss sofort stillgelegt werden. Die Stilllegung dieser umstrittenen Anlage wurde auch im rot-grünen Koalitionsvertrag der NRW-Landesregierung festgeschrieben. Doch trotz zahlreicher Proteste der Anti-Atomkraft-Bewegung ist die Anlage nach wie vor am Netz. Und sie ist Ausgangsort zahlreicher hochgefährlicher Urantransporte von und nach Gronau – quer durch die ganze Bundesrepublik bzw. durch Europa.

Jetzt hat NRW-Umweltminister Johannes Remmel am heutigen Dienstag (14. Juni 2016) das Thema der Stilllegung der Urananreicherungsanlage neu aufgegriffen. Nach dpa-Angaben wird Remmel mit folgenden Worten zitiert: „Es ist nicht vermittelbar, dass Gronau trotz Ausstiegsbeschluss in Deutschland weiterhin Brennstoffe auch für sicherheitstechnisch problematische ausländische Atomkraftwerke herstellt“

Udo Buchholz ist Vorstandsmitglied des BBU und wohnt in der Nähe der Gronauer Urananreicherungsanlage. Er begrüßt Remmels Absichtserklärung, ist aber auch gleichzeitig skeptisch: „Die NRW-Landesregierung hat seit den frühen 80er Jahren des letzten Jahrhunderts wiederholt Ausbaugenehmigungen für die Gronauer Uranfabrik erteilt. Minister Remmel ist nicht der zuständige Fachminister in Düsseldorf. Die Zuständigkeit liegt bei NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin. Die Landesregierung sollte transparent handeln und unverzüglich die Bevölkerung ausführlich darüber informieren, ob und wann sie die Gronauer Uranfabrik schließen wird.“

Der BBU betont, dass die Uranfabrik in Gronau bei der Urananreicherung in großen Mengen Atommüll produziert. Dieser wird in Containern ungeschützt unter dem freien Himmel neben der Urananreicherungsanlage gelagert. Lediglich Maschendrahtzäune behindern den Zutritt für Unbefugte. Zudem wurde neben der Anlage ein sogenanntes Zwischenlager für 60.000 Tonnen Uranoxid gebaut. „Die Inbetriebnahme dieses Lagers muss verhindert werden. Sobald dort Uran eingelagert wird, haben wir in Gronau ein faktisches Endlager“, fürchtet Udo Buchholz.

80 Kommunen gegen AKW Tihange / Minister Remmel beim nächsten Sonntagsspaziergang in Gronau?

Der BBU begrüßt die gebündelten Proteste von inzwischen rund 80 Kommunen, die sich gegen das belgische Atomkraftwerk Tihange richten. Gleichzeitig empfiehlt der BBU den Kommunen, mit den Protesten auch bei den Landesregierungen von NRW und Niedersachsen vorstellig zu werden. In der Gronauer Urananreicherungsanlage sowie in der Brennelementefabrik in Lingen wird auch für belgische Reaktoren produziert, und das ohne jegliche Laufzeitbegrenzung.

Die Brennelementefabrik in Lingen ging 1979 in Betrieb. Besonders in den letzten Jahren war sie immer wieder das Ziel von Protestaktionen. Vor fast genau 30 Jahren erfolgte am 12, Juni 1986, nur wenige Tage nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl, die offizielle Einweihung der Gronauer Urananreicherungsanlage. Und seit Ende 1986 treffen sich Anti-Atomkraft-Initiativen immer am ersten Sonntag im Monat zum Sonntagsspaziergang an der Urananreicherungsanlage. Und so werden sich auch wieder am 3. Juli Mitglieder mehrerer Anti-Atomkraft-Initiativen an der Gronauer Uranfabrik treffen. Ob dann auch Umweltminister Johannes Remmel dabei sein wird?

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