Gorleben Castor Resistance in Germany 2011/indymedia article translation

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<!-- Voraussichtlich zwischen dem 25. und 28. November wird wieder ein Castortransport, aus dem französischen La Hague, ins niedersächsische Zwischenlager Gorleben rollen. Mit dem vorläufigen Aus der Laufzeitverlängerung und der Abschaltung einzelner AKWs, tat die Bundesregierung nach dem Super GAU in Fukushima für ihre Verhältnisse viel, um die erstarkte Anti-AKW-Bewegung zu befrieden. Deutschland stehe vor der „Energiewende“, schallt uns in den Nachrichten und der Werbung für Stromversorger entgegen. Dieser Artikel erläutert politische Hintergründe, für den seit Jahrzehnten und auch heute nicht abflauenden Widerstand im Wendland. Darüberhinaus ein Überblick, über mögliche Aktionsformen und notwendige Informationen zu Repressionsschutz. -->
 
<!-- Voraussichtlich zwischen dem 25. und 28. November wird wieder ein Castortransport, aus dem französischen La Hague, ins niedersächsische Zwischenlager Gorleben rollen. Mit dem vorläufigen Aus der Laufzeitverlängerung und der Abschaltung einzelner AKWs, tat die Bundesregierung nach dem Super GAU in Fukushima für ihre Verhältnisse viel, um die erstarkte Anti-AKW-Bewegung zu befrieden. Deutschland stehe vor der „Energiewende“, schallt uns in den Nachrichten und der Werbung für Stromversorger entgegen. Dieser Artikel erläutert politische Hintergründe, für den seit Jahrzehnten und auch heute nicht abflauenden Widerstand im Wendland. Darüberhinaus ein Überblick, über mögliche Aktionsformen und notwendige Informationen zu Repressionsschutz. -->
  
Probably between 25 and 28 November 2011 a Castor transport with nuclear waste will run from [[Materials#Other Sites|La Hague]], France to the Lower Saxonian intermediate storage [[Materials#Final Disposal Sites|Gorleben]], Germany again. With a preliminary end of the nuclear power plant lifetime extension and the shutdown of some NPPs, the German Federal Government, by their standards, did quite a lot to pacify the [[Anti-nuclear Movement in Germany|German anti-nuclear movement]] that regained strength after the [[Nuclear Disaster in Japan|nuclear disaster in Fukushima]]. Germany is be facing a energy turnaround say the news ans the advertisements for the energy suppliers. This article explains the political backgrounds of the resistance in the Wendland region that doesn't calm down since decades, neither today. In addition, there will be and overview about possible forms of activism and necessary information about legal protection.
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Probably between 25 and 28 November 2011 another Castor transport with nuclear waste will be shipped from [[Materials#Other Sites|La Hague]], France to the Lower Saxonian intermediate storage [[Materials#Final Disposal Sites|Gorleben]], Germany. With a preliminary end of the nuclear power plant lifetime extension and the shutdown of some NPPs, the German Federal Government, by their standards, did quite a lot to pacify the [[Anti-nuclear Movement in Germany|German anti-nuclear movement]] that regained strength after the [[Nuclear Disaster in Japan|nuclear disaster in Fukushima]]. Germany is facing a energy turnaround say the news and the advertisements for the energy suppliers. This article explains the political backgrounds of the resistance in the Wendland region that doesn't calm down since decades, neither today. In addition, there will be and overview about possible forms of activism and necessary information about legal protection.
  
=== political backgrounds of the anti-Castor protests ===
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=== Political Backgrounds of the Anti-Castor Protests ===
 
<!-- Politische Hintergründe der Anti-Castor-Proteste
 
<!-- Politische Hintergründe der Anti-Castor-Proteste
 
Wenn Ende November der Castortransport nach Gorleben rollt, werden sich ihm unterschiedlichste Menschen entgegenstellen. Castortransporte ins Wendland haben sich über die letzten Jahrzehnte zu den größten Kristalisationspunkten der Anti-Atom-Bewegung weltweit entwickelt. Sie sind der Ort, wo Atompolitik am leichtesten angreifbar ist, vor allem auch wegen der tiefen Verwurzelung der Protestbewegung im Wendland. Beinahe die gesamte Bevölkerung, Alt und Jung, unterstützt die Bewegung. Der Mangel an Dogmatismus ist eine große Stärke des Widerstandes. Er ist auch eine gute Möglichkeit, den Fokus auf Bereiche der Anti-Atompolitik zu lenken, die nicht direkt mit Gorleben zusammen hängen und sich schwerer angreifen lassen als der Castortransport. Dieser erste Abschnitt erläutert Beweggründe für die Proteste gegen Castortransporte. Sollten wichtige Aspekte vergessen worden sein, einfach ergänzen. -->
 
Wenn Ende November der Castortransport nach Gorleben rollt, werden sich ihm unterschiedlichste Menschen entgegenstellen. Castortransporte ins Wendland haben sich über die letzten Jahrzehnte zu den größten Kristalisationspunkten der Anti-Atom-Bewegung weltweit entwickelt. Sie sind der Ort, wo Atompolitik am leichtesten angreifbar ist, vor allem auch wegen der tiefen Verwurzelung der Protestbewegung im Wendland. Beinahe die gesamte Bevölkerung, Alt und Jung, unterstützt die Bewegung. Der Mangel an Dogmatismus ist eine große Stärke des Widerstandes. Er ist auch eine gute Möglichkeit, den Fokus auf Bereiche der Anti-Atompolitik zu lenken, die nicht direkt mit Gorleben zusammen hängen und sich schwerer angreifen lassen als der Castortransport. Dieser erste Abschnitt erläutert Beweggründe für die Proteste gegen Castortransporte. Sollten wichtige Aspekte vergessen worden sein, einfach ergänzen. -->
  
When the Castor transport rolls to Gorleben, different kinds of people will stand up against it. Over the last decades, nuclear transports to the Wendland region have turned into the biggest focal point of the anti-nuclear movement worldwide. They are the place where nuclear policy is most easily targetable, particularly because of the deep entrenchment of the protest movement in the Wendland region. Nearly the whole population, young and old, supports the movement. The lack of dogmatism is a very strong point of the resistance. It is also a good opportunity to draw attention to parts of anti-nulear politics that are not directly connected to Gorleben and are harder to attack than the Castor transport.
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When the Castor transport is shipped to Gorleben, different kinds of people will stand up against it. Over the last decades, nuclear transports to the Wendland region have turned into the biggest focal point of the anti-nuclear movement worldwide. They are the place where nuclear policy is most easily targetable, particularly because of the deep entrenchment of the protest movement in the Wendland region. Nearly the whole population, young and old, supports the movement. The lack of dogmatism is a very strong point of the resistance. It is also a good opportunity to draw attention to parts of anti-nulear politics that are not directly connected to Gorleben and are harder to attack than the Castor transport.
  
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==== Uranium Mining, NPPS and "Reprocessing" ====
 
<!-- Uranabbau, AKWs und „Wiederaufbereitung“
 
<!-- Uranabbau, AKWs und „Wiederaufbereitung“
 
Dafür, dass Kernkraftwerke Energie und Abfall produzieren können ist zunächst ein Rohstoff nötig – Uran. Kanada und Australien fördern die größten Mengen Uranerz, gefolgt von Kasachstan, Russland, Niger und Namibia. Gerade die Urangewinnung stellt ein gravierendes soziales-, gesundheitliches- und ökologisches Problem dar. Beim Uranabbau entstehen riesige Schutthalden aus denen u.A. Radon und CO2 entweicht. Das Sickerwasser und damit die Umgebung wird radioaktiv verseucht. Zum Teil werden Indigena für den Uranabbau aus ihrem Gebiet verdrängt. Zwischen Uranabbau und dem Einsatz im AKW sind viele Prozesse notwendig, die ihrerseits auch wieder massive Gefahren mit sich bringen. Genannt seien die Urananreicherung (Eine Anlage besteht z.B. im westfälischen Gronau.), Urantransporte und die Produktion von Brennelementen. Nur ein geringer Teil des Urans, der in die Produktion geht, kann später als Kernbrennstoff verwendet werden. Zurück bleiben eine Unmenge an radioaktiven und toxischen Abfallprodukten, die meist im Land bleiben, wo das Uranerz abgebaut wurde und dort große Gebiete verseuchen. Doch nun können Kernkraftwerke mit Brennstäben beliefert werden. In jedem AKW findet sich ein radioaktives Inventar, das ausreicht, um große Landstriche für alle Zeit unbewohnbar zu machen. Welche Ausmaße eine Freisetzung des radioaktiven Inventars für Mensch und Tier hat, ist spätestens seit Tschernobyl allgemein bekannt. Fukushima hat nun auch für die Allgemeinheit bewiesen, dass das „Restrisiko“ nicht nur bei maroden Ostblock-Reaktoren existiert. Das Risiko eines Super GAUs ist zwar relativ gering, aber bei der Menge an AKWs, die auf der Welt bestehen, ist es dann doch nicht so unwahrscheinlich, dass das „Restrisiko“ hinundwieder zeigt, dass es existiert. Und jeder einzelne Super GAU hat solch weitreichende Folgen, dass selbst das relativ geringe „Restrisiko“ zu hoch ist. Neben der Gefahr eines Super GAUs führt auch der Normalbetrieb eines AKWs zu einem erhöhten Krebsrisiko in der Umgebung. Kernkraftwerke dürfen in einem bestimmten Umfang radioaktive Substanzen freisetzen. Die Grenzwerte sind im Vergleich zum Super GAU relativ niedrig angesetzt, können aber nicht sicherstellen, dass niemand erkrankt. Ist es relativ gut erforscht, was große Mengen an Radioaktivität im Körper anrichten, ist es noch Forschungsgegenstand wie sich „Niedrigstrahlung“ auf den menschlichen Organismus auswirkt. Unumstritten ist jedoch, dass jede noch so kleine ionisierende Strahlung Krebs auslösen kann. Gestritten wird darüber, wie häufig das geschieht. Zu dem Risiko der Verstrahlung durch Unfall und Normalbetrieb wird in AKWs noch eine Menge Müll produziert. Abgebrannte hochradioaktive Brennelemente werden häufig in eine „Wiederaufbereitungsanlage“ (bzw. Plutoniumfabrik), wie die in La Hague transportiert. Hier wird aus abgebranntem Kernbrennstoff wieder Plutonium gewonnen. Was auf dem ersten Blick wie Recycling aussieht, führt in der Praxis zu viel mehr Müll als vorher. Teilweise dürfen radioaktive Abfallprodukte einfach ins Meer geleitet werden. Das gewonnene Plutonium kann für Kernwaffen und AKWs verwendet werden. AKWs nutzen allerdings wiederaufbereitetes Plutonium ungern, weil es den Reaktor verschmutzt. Bleibt noch die militärische Nutzung. Die Abfallprodukte werden zum Abkühlen in Zwischenlager (wie die „Kartoffelscheune“ in Gorleben) gebracht und sollen danach in ein Endlager kommen, in dem es für alle Zeiten sicher von der Umwelt abgeschottet werden soll. Sofern ein solches Endlager jemals existieren wird. Bis dahin werden ungeheure Mengen an Müll produziert, von denen niemand weiß wohin damit. Und bei den Kosten, die Mensch und Umwelt davon trägt, wird Kernkraft immernoch als günstige Energiegewinnung verkauft. Manchmal sogar als Klimaretter, weil der CO2-Ausstoß auf den Uranabbau, der sowieso kaum ein Thema ist, beschränkt bleibt.
 
Dafür, dass Kernkraftwerke Energie und Abfall produzieren können ist zunächst ein Rohstoff nötig – Uran. Kanada und Australien fördern die größten Mengen Uranerz, gefolgt von Kasachstan, Russland, Niger und Namibia. Gerade die Urangewinnung stellt ein gravierendes soziales-, gesundheitliches- und ökologisches Problem dar. Beim Uranabbau entstehen riesige Schutthalden aus denen u.A. Radon und CO2 entweicht. Das Sickerwasser und damit die Umgebung wird radioaktiv verseucht. Zum Teil werden Indigena für den Uranabbau aus ihrem Gebiet verdrängt. Zwischen Uranabbau und dem Einsatz im AKW sind viele Prozesse notwendig, die ihrerseits auch wieder massive Gefahren mit sich bringen. Genannt seien die Urananreicherung (Eine Anlage besteht z.B. im westfälischen Gronau.), Urantransporte und die Produktion von Brennelementen. Nur ein geringer Teil des Urans, der in die Produktion geht, kann später als Kernbrennstoff verwendet werden. Zurück bleiben eine Unmenge an radioaktiven und toxischen Abfallprodukten, die meist im Land bleiben, wo das Uranerz abgebaut wurde und dort große Gebiete verseuchen. Doch nun können Kernkraftwerke mit Brennstäben beliefert werden. In jedem AKW findet sich ein radioaktives Inventar, das ausreicht, um große Landstriche für alle Zeit unbewohnbar zu machen. Welche Ausmaße eine Freisetzung des radioaktiven Inventars für Mensch und Tier hat, ist spätestens seit Tschernobyl allgemein bekannt. Fukushima hat nun auch für die Allgemeinheit bewiesen, dass das „Restrisiko“ nicht nur bei maroden Ostblock-Reaktoren existiert. Das Risiko eines Super GAUs ist zwar relativ gering, aber bei der Menge an AKWs, die auf der Welt bestehen, ist es dann doch nicht so unwahrscheinlich, dass das „Restrisiko“ hinundwieder zeigt, dass es existiert. Und jeder einzelne Super GAU hat solch weitreichende Folgen, dass selbst das relativ geringe „Restrisiko“ zu hoch ist. Neben der Gefahr eines Super GAUs führt auch der Normalbetrieb eines AKWs zu einem erhöhten Krebsrisiko in der Umgebung. Kernkraftwerke dürfen in einem bestimmten Umfang radioaktive Substanzen freisetzen. Die Grenzwerte sind im Vergleich zum Super GAU relativ niedrig angesetzt, können aber nicht sicherstellen, dass niemand erkrankt. Ist es relativ gut erforscht, was große Mengen an Radioaktivität im Körper anrichten, ist es noch Forschungsgegenstand wie sich „Niedrigstrahlung“ auf den menschlichen Organismus auswirkt. Unumstritten ist jedoch, dass jede noch so kleine ionisierende Strahlung Krebs auslösen kann. Gestritten wird darüber, wie häufig das geschieht. Zu dem Risiko der Verstrahlung durch Unfall und Normalbetrieb wird in AKWs noch eine Menge Müll produziert. Abgebrannte hochradioaktive Brennelemente werden häufig in eine „Wiederaufbereitungsanlage“ (bzw. Plutoniumfabrik), wie die in La Hague transportiert. Hier wird aus abgebranntem Kernbrennstoff wieder Plutonium gewonnen. Was auf dem ersten Blick wie Recycling aussieht, führt in der Praxis zu viel mehr Müll als vorher. Teilweise dürfen radioaktive Abfallprodukte einfach ins Meer geleitet werden. Das gewonnene Plutonium kann für Kernwaffen und AKWs verwendet werden. AKWs nutzen allerdings wiederaufbereitetes Plutonium ungern, weil es den Reaktor verschmutzt. Bleibt noch die militärische Nutzung. Die Abfallprodukte werden zum Abkühlen in Zwischenlager (wie die „Kartoffelscheune“ in Gorleben) gebracht und sollen danach in ein Endlager kommen, in dem es für alle Zeiten sicher von der Umwelt abgeschottet werden soll. Sofern ein solches Endlager jemals existieren wird. Bis dahin werden ungeheure Mengen an Müll produziert, von denen niemand weiß wohin damit. Und bei den Kosten, die Mensch und Umwelt davon trägt, wird Kernkraft immernoch als günstige Energiegewinnung verkauft. Manchmal sogar als Klimaretter, weil der CO2-Ausstoß auf den Uranabbau, der sowieso kaum ein Thema ist, beschränkt bleibt.
 
Über Uranabbau:  http://www.umweltinstitut.org/download/flyer/Themenflyer_Uranabbau_download.pdf
 
Über Uranabbau:  http://www.umweltinstitut.org/download/flyer/Themenflyer_Uranabbau_download.pdf
Zur „Wiederaufbereitung“:  http://www.greenpeace.de/themen/atomkraft/atommuell_wiederaufarbeitung/artikel/wiederaufarbeitung_die_wichtigsten_fakten/
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Zur „Wiederaufbereitung“:  http://www.greenpeace.de/themen/atomkraft/atommuell_wiederaufarbeitung/artikel/wiederaufarbeitung_die_wichtigsten_fakten/ -->
  
Endlagerproblematik / Gorleben als Standort
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==== Final Disposal Issues / Gorleben as a Nuclear Disposal Site ====
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<!-- Endlagerproblematik / Gorleben als Standort
 
Es gibt weltweit kein Endlager für hochradioaktiven Abfall. Dies ist auch schwer möglich. Plutonium hat eine Halbwertzeit von 24000 Jahren. Das bedeutet, dass es für Millionen Jahre sicher von der Umwelt abgeschottet werden müsste. Ein Zeitraum, der kaum vorstellbar ist. Keine Sprache, kein Symbol hat auch nur annähernd für diese Zeit existiert. Generationen in 48000 Jahren, wenn immernoch 25% des Plutoniums strahlt, können nur schwer vor der Gefahr gewarnt werden. Ganz zu schweigen davon, dass für solch einen Zeitraum, wo auch immer man ihn begräbt, kaum sicherzustellen ist, dass nichts von dem Müll freigesetzt wird. In der ASSE reichten schon ein paar Jahre, dass sich Grundwasser seinen Weg zu radioaktiven Abfällen bahnte, was bis dahin als undenkbar galt. Vor solchen Hintergründen Atommüll zu produzieren ist verantwortungslos allen nachfolgenden Generationen gegenüber. Gorleben ist ein gutes Symbol für die Problematik, dass es weltweit kein sicheres Endlager gibt. Der Salzstock in Gorleben wurde nicht etwa ausgesucht, weil er sich in Deutschland am besten eigne, sondern „aus geopolitischen Gründen“, wie es so schön heißt. Im Klartext: Gorleben lag im Grenzgebiet zur DDR. Zudem spielte eine Rolle, dass der Landkreis schwach bevölkert ist und nicht damit gerechnet wurde, dass die eher konservativen Bauern aufstehen könnten. Nun sind die Bauern aufgestanden und die DDR gibt es auch nicht mehr – Gorleben soll jedoch weiter „erkundet“ werden, einfach weil man es angefangen hat. Und um Fakten zu schaffen wird quasi im Rahmen der „Erkundung“ der Salzstock zum Endlager ausgebaut, auch wenn es dafür keine Genehmigung gibt. Weitere Fakten werden mit jedem Castor ins Zwischenlager geschaffen. Nach dem Motto: „Der Müll muss ja irgendwo hin!“ sollen die eingelagerten Castoren aus dem Zwischenlager irgendwann – allen Bedenken zum Trotz – in dem Salzstock verscharrt werden. Doch Atommüll muss nicht „irgendwo“ hin, er muss so sicher wie möglich von der Umwelt abgeschottet werden. Seitdem die „Erkundung“ des Salzstockes läuft wird an einem offiziellen Gutachten zur Eignung gearbeitet. Doch auf das Ergebnis wartet man bislang vergeblich. Viele unabhängige Gutachten kamen jedoch zu dem Schluss, dass Gorleben auf keinen Fall als sicherer Endlagerstandort geeignet ist. Dass ein Erdgasvorkommen zu Problemen führen kann. Und, dass der Salzstock absaufen könnte, wurde in Gorleben genausowenig beachtet, wie in der ASSE. Das alles schafft kein Vertrauen in den Endlagerstandort Gorleben.
 
Es gibt weltweit kein Endlager für hochradioaktiven Abfall. Dies ist auch schwer möglich. Plutonium hat eine Halbwertzeit von 24000 Jahren. Das bedeutet, dass es für Millionen Jahre sicher von der Umwelt abgeschottet werden müsste. Ein Zeitraum, der kaum vorstellbar ist. Keine Sprache, kein Symbol hat auch nur annähernd für diese Zeit existiert. Generationen in 48000 Jahren, wenn immernoch 25% des Plutoniums strahlt, können nur schwer vor der Gefahr gewarnt werden. Ganz zu schweigen davon, dass für solch einen Zeitraum, wo auch immer man ihn begräbt, kaum sicherzustellen ist, dass nichts von dem Müll freigesetzt wird. In der ASSE reichten schon ein paar Jahre, dass sich Grundwasser seinen Weg zu radioaktiven Abfällen bahnte, was bis dahin als undenkbar galt. Vor solchen Hintergründen Atommüll zu produzieren ist verantwortungslos allen nachfolgenden Generationen gegenüber. Gorleben ist ein gutes Symbol für die Problematik, dass es weltweit kein sicheres Endlager gibt. Der Salzstock in Gorleben wurde nicht etwa ausgesucht, weil er sich in Deutschland am besten eigne, sondern „aus geopolitischen Gründen“, wie es so schön heißt. Im Klartext: Gorleben lag im Grenzgebiet zur DDR. Zudem spielte eine Rolle, dass der Landkreis schwach bevölkert ist und nicht damit gerechnet wurde, dass die eher konservativen Bauern aufstehen könnten. Nun sind die Bauern aufgestanden und die DDR gibt es auch nicht mehr – Gorleben soll jedoch weiter „erkundet“ werden, einfach weil man es angefangen hat. Und um Fakten zu schaffen wird quasi im Rahmen der „Erkundung“ der Salzstock zum Endlager ausgebaut, auch wenn es dafür keine Genehmigung gibt. Weitere Fakten werden mit jedem Castor ins Zwischenlager geschaffen. Nach dem Motto: „Der Müll muss ja irgendwo hin!“ sollen die eingelagerten Castoren aus dem Zwischenlager irgendwann – allen Bedenken zum Trotz – in dem Salzstock verscharrt werden. Doch Atommüll muss nicht „irgendwo“ hin, er muss so sicher wie möglich von der Umwelt abgeschottet werden. Seitdem die „Erkundung“ des Salzstockes läuft wird an einem offiziellen Gutachten zur Eignung gearbeitet. Doch auf das Ergebnis wartet man bislang vergeblich. Viele unabhängige Gutachten kamen jedoch zu dem Schluss, dass Gorleben auf keinen Fall als sicherer Endlagerstandort geeignet ist. Dass ein Erdgasvorkommen zu Problemen führen kann. Und, dass der Salzstock absaufen könnte, wurde in Gorleben genausowenig beachtet, wie in der ASSE. Das alles schafft kein Vertrauen in den Endlagerstandort Gorleben.
Zur Endlagerproblematik:  http://www.online.uni-marburg.de/isem/WS00_01/docs/endlager.pdf
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Zur Endlagerproblematik:  http://www.online.uni-marburg.de/isem/WS00_01/docs/endlager.pdf -->
  
„Atomkonsens“, „Laufzeitverlängerung“ und „Energiewende“
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Worldwide, there is no final disposal site for high-level radioactive waste. Likewise, this is hardly possible. Plutonium has a half life of 24,000 years. That means that it would need to be isolated securely from the environment for millions of years. A period of time that is hardly imaginable. No language, no symbol has existed even nearly for this time. To warn generations in 48,000 years, when 25% of the plutonium is still sending out radioactive rays, is very difficult. Not to speak of that for such a period of time, wherever you bury it, it is barely possible to ensure that nothing of the waste is released.
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In the repository [[ASSE]] only a few years where enough for ground water to make its way to radioactive waste, something that was considered to be unthinkable until then. With this background, to produce nuclear waste is irresponsible to all following generations. Gorleben is a good symbol for the problem that there is no secure final repository worldwide. The salt dome in Gorleben was not chosen because for instance it is the best suitable place in Germany, but because of "geopolitical reasons", as they say. In plain language: Gorleben was located near the border to the GDR. In addition to that, the area is sparsely populated and it was not expected that the rather conservative farmers could stand up. Now the farmers have been standing up and the GDR does not exist anymore – Gorleben however is still intended to be "investigated" just because it was begun with.
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<!-- „Atomkonsens“, „Laufzeitverlängerung“ und „Energiewende“
 
Einen ähnlich konsequenten „Atomausstieg“ wie er uns jetzt vorgegaukelt wird, gab es auch schon mal im Jahr 2000 unter rot-grüner Bundesregierung: der „Atomkonsens“. Er garantierte den deutschen Kernkraftwerken den ungestörten Weiterbetrieb bis zur Schrottreife. Nacheinander sollten ganz langsam die AKWs abgeschaltet werden, jenachdem wielange sie schon am Netz waren. Das letzte AKW wäre nach diesem Vertrag erst nach 2030 abgeschaltet worden. Als wäre dies nicht schon genug Zugeständnis an die Atomlobby, gab es für AKW-Betreiber unter Rot-Grün auch die Möglichkeit, die Restlaufzeit für einzelne AKWs auf andere AKWs anzurechnen. Es konnten AKWs, die laut Ausstiegsvertrag abgeschaltet werden sollten weiterlaufen, weil dafür irgendwann in der Zukunft ein anderes AKW früher als vereinbart heruntergefahren würde. Verständlich, dass sich die Bewegung im Wendland durch diesen „Atomausstieg“ nicht befrieden ließ. Trotz der ungelösten Endsorgungsfrage noch für 20 Jahre Atommüll zu produzieren ist fürs Wendland keine Lösung des Problems. Für die Bewegung ist der sofortige Ausstieg aus der Kernenergie Losung. Dass der rot-grüne Scheinausstieg im Jahr 2010 von Schwarz-Gelb zurückgenommen wurde, trieb natürlich viele Menschen zum Castortransport. Auch die Parteien, die den „Atomkonsens“ mitgetragen hatten, mobilisierten wieder ins Wendland, was an Scheinheiligkeit kaum zu Überbieten war. Aber ob mit oder ohne „Laufzeitverlängerung“ - der Widerstand wäre nicht befriedet. Die wendländische Bevölkerung hat über die Jahrzehnte ein gesundes Misstrauen gegenüber Aussagen der Obrigkeit entwickelt und wird weiter Widerstand leisten, bis das letzte AKW vom Netz ist und die Endsorgungsfrage geklärt ist. Daran ändert auch nicht, dass Schwarz-Gelb nach Fukushima die Notbremse gezogen hat und jetzt von der „Energiewende“ redet. Acht AKWs wurden abgeschaltet und das letzte AKW soll nun doch „schon“ 2022 vom Netz gehen. Es ist schon beinahe komisch, wie Stromversorger im Augenblick für regenerative Energiequellen werben und den angelockten Kunden klammheimlich ihren „Strommix“ andrehen. Besser als der „Atomkonsens“ von Rot-Grün ist das neue Modell von Schwarz-Gelb sicherlich, aber da ginge sicherlich noch mehr. So soll nun noch für 11 Jahre Atommüll produziert werden, von dem keiner weiß, wo er entsorgt werden könnte. Es wird oft das Szenario von einer Stromversorgungslücke herbeigerufen. Dass schon heute Anbieter von Strom aus regenerativen Quellen Probleme haben, ihre Energie ins Netz einzuspeisen, weil das komplette Netz mit Strom aus fossilen Quellen überlastet ist, wird gerne verschwiegen. Dass das Netz für „Ökostrom“ noch stark ausgebaut werden muss, ist sicherlich richtig, aber noch 11 Jahre zu warten, bevor das letzte AKW in Deutschland vom Netz geht, ist wohl auch vor dem Hintergrund eher ein großes Zugeständnis an die Anbieter von Kernenergie. Die „Energiewende“ könnte sicherlich schneller vonstatten gehen, als man uns weismachen will. Es hat sich am Kritisierten wenig geändert und von daher spricht wenig dafür jetzt aufzuhören Widerstand zu leisten. Es wäre geradezu naiv auf die Versprechen und Ausflüchte der Obrigkeit zu hören und darauf zu warten, dass die „Energiewende“ vollzogen wird. In 11 Jahren kann viel geschehen, Mehrheiten können sich ändern, und daher ist es nur konsequent, den Entscheidungsträgern solange auf die Finger zu (sc)hauen, bis der Atomausstieg vollzogen ist ... .
 
Einen ähnlich konsequenten „Atomausstieg“ wie er uns jetzt vorgegaukelt wird, gab es auch schon mal im Jahr 2000 unter rot-grüner Bundesregierung: der „Atomkonsens“. Er garantierte den deutschen Kernkraftwerken den ungestörten Weiterbetrieb bis zur Schrottreife. Nacheinander sollten ganz langsam die AKWs abgeschaltet werden, jenachdem wielange sie schon am Netz waren. Das letzte AKW wäre nach diesem Vertrag erst nach 2030 abgeschaltet worden. Als wäre dies nicht schon genug Zugeständnis an die Atomlobby, gab es für AKW-Betreiber unter Rot-Grün auch die Möglichkeit, die Restlaufzeit für einzelne AKWs auf andere AKWs anzurechnen. Es konnten AKWs, die laut Ausstiegsvertrag abgeschaltet werden sollten weiterlaufen, weil dafür irgendwann in der Zukunft ein anderes AKW früher als vereinbart heruntergefahren würde. Verständlich, dass sich die Bewegung im Wendland durch diesen „Atomausstieg“ nicht befrieden ließ. Trotz der ungelösten Endsorgungsfrage noch für 20 Jahre Atommüll zu produzieren ist fürs Wendland keine Lösung des Problems. Für die Bewegung ist der sofortige Ausstieg aus der Kernenergie Losung. Dass der rot-grüne Scheinausstieg im Jahr 2010 von Schwarz-Gelb zurückgenommen wurde, trieb natürlich viele Menschen zum Castortransport. Auch die Parteien, die den „Atomkonsens“ mitgetragen hatten, mobilisierten wieder ins Wendland, was an Scheinheiligkeit kaum zu Überbieten war. Aber ob mit oder ohne „Laufzeitverlängerung“ - der Widerstand wäre nicht befriedet. Die wendländische Bevölkerung hat über die Jahrzehnte ein gesundes Misstrauen gegenüber Aussagen der Obrigkeit entwickelt und wird weiter Widerstand leisten, bis das letzte AKW vom Netz ist und die Endsorgungsfrage geklärt ist. Daran ändert auch nicht, dass Schwarz-Gelb nach Fukushima die Notbremse gezogen hat und jetzt von der „Energiewende“ redet. Acht AKWs wurden abgeschaltet und das letzte AKW soll nun doch „schon“ 2022 vom Netz gehen. Es ist schon beinahe komisch, wie Stromversorger im Augenblick für regenerative Energiequellen werben und den angelockten Kunden klammheimlich ihren „Strommix“ andrehen. Besser als der „Atomkonsens“ von Rot-Grün ist das neue Modell von Schwarz-Gelb sicherlich, aber da ginge sicherlich noch mehr. So soll nun noch für 11 Jahre Atommüll produziert werden, von dem keiner weiß, wo er entsorgt werden könnte. Es wird oft das Szenario von einer Stromversorgungslücke herbeigerufen. Dass schon heute Anbieter von Strom aus regenerativen Quellen Probleme haben, ihre Energie ins Netz einzuspeisen, weil das komplette Netz mit Strom aus fossilen Quellen überlastet ist, wird gerne verschwiegen. Dass das Netz für „Ökostrom“ noch stark ausgebaut werden muss, ist sicherlich richtig, aber noch 11 Jahre zu warten, bevor das letzte AKW in Deutschland vom Netz geht, ist wohl auch vor dem Hintergrund eher ein großes Zugeständnis an die Anbieter von Kernenergie. Die „Energiewende“ könnte sicherlich schneller vonstatten gehen, als man uns weismachen will. Es hat sich am Kritisierten wenig geändert und von daher spricht wenig dafür jetzt aufzuhören Widerstand zu leisten. Es wäre geradezu naiv auf die Versprechen und Ausflüchte der Obrigkeit zu hören und darauf zu warten, dass die „Energiewende“ vollzogen wird. In 11 Jahren kann viel geschehen, Mehrheiten können sich ändern, und daher ist es nur konsequent, den Entscheidungsträgern solange auf die Finger zu (sc)hauen, bis der Atomausstieg vollzogen ist ... .
  

Revision as of 21:26, 22 October 2011

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Castor 2011? Sawing, Removing Ballast, Scooping...!

Probably between 25 and 28 November 2011 another Castor transport with nuclear waste will be shipped from La Hague, France to the Lower Saxonian intermediate storage Gorleben, Germany. With a preliminary end of the nuclear power plant lifetime extension and the shutdown of some NPPs, the German Federal Government, by their standards, did quite a lot to pacify the German anti-nuclear movement that regained strength after the nuclear disaster in Fukushima. Germany is facing a energy turnaround say the news and the advertisements for the energy suppliers. This article explains the political backgrounds of the resistance in the Wendland region that doesn't calm down since decades, neither today. In addition, there will be and overview about possible forms of activism and necessary information about legal protection.

Political Backgrounds of the Anti-Castor Protests

When the Castor transport is shipped to Gorleben, different kinds of people will stand up against it. Over the last decades, nuclear transports to the Wendland region have turned into the biggest focal point of the anti-nuclear movement worldwide. They are the place where nuclear policy is most easily targetable, particularly because of the deep entrenchment of the protest movement in the Wendland region. Nearly the whole population, young and old, supports the movement. The lack of dogmatism is a very strong point of the resistance. It is also a good opportunity to draw attention to parts of anti-nulear politics that are not directly connected to Gorleben and are harder to attack than the Castor transport.

Uranium Mining, NPPS and "Reprocessing"

Final Disposal Issues / Gorleben as a Nuclear Disposal Site

Worldwide, there is no final disposal site for high-level radioactive waste. Likewise, this is hardly possible. Plutonium has a half life of 24,000 years. That means that it would need to be isolated securely from the environment for millions of years. A period of time that is hardly imaginable. No language, no symbol has existed even nearly for this time. To warn generations in 48,000 years, when 25% of the plutonium is still sending out radioactive rays, is very difficult. Not to speak of that for such a period of time, wherever you bury it, it is barely possible to ensure that nothing of the waste is released. In the repository ASSE only a few years where enough for ground water to make its way to radioactive waste, something that was considered to be unthinkable until then. With this background, to produce nuclear waste is irresponsible to all following generations. Gorleben is a good symbol for the problem that there is no secure final repository worldwide. The salt dome in Gorleben was not chosen because for instance it is the best suitable place in Germany, but because of "geopolitical reasons", as they say. In plain language: Gorleben was located near the border to the GDR. In addition to that, the area is sparsely populated and it was not expected that the rather conservative farmers could stand up. Now the farmers have been standing up and the GDR does not exist anymore – Gorleben however is still intended to be "investigated" just because it was begun with.


This translation is based upon the article Castor 2011? Sägen, Schottern, Schaufeln...! by "(((A)))" which was released under a creative commons licence on Indymedia Germany. Some small changes have been made to make it more understandable for international readers.

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