Greifswald NPP

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German: Ehemaliges AKW Greifswald, in Lubmin

Im Jahre 1973 ging der erste Reaktor des AKW Greifswald ans Stromnetz der damaligen DDR. Das AKW sollte schrittweise den schmutzigen Braunkohle-Strom ablösen und die Stromversorgung durchgehend sichern. Es waren dort etwa 10.000 meist sehr junge Menschen beschäftigt, davon viele internationale Hilfskräfte. Das Durchschnittsalter aller Beschäftigten betrug 23 Jahre.

Eine Überprüfung durch Experten ergab extreme Sicherheitsmängel an der Anlage. Sie ist nicht Erdbebensicher und nicht gegen einen Flugzeugabsturz gesichert. Das Überflugverbot wurde durch die Maschinen des 15 km entfernten Militärflughafens Peenemünde regelmäßig missachtet. Die Offenlegung der bis 1990 geheim gehaltenen Protokolle ergab wiederholt schwere Störfälle, wie mehrere Brände, Ausfall aller Steueranlagen, die zulässige Strahlendosis wurde z.B. für Lehrlinge verdreifacht, um durch sie Arbeiten erledigen zu lassen. Die Stillegung des AKW wurde beschlossen, unterstützt durch den Protest von Umwelt- und Bürgerrechtsgruppen. Mehr als zwei Millionen Tonnen Stahl und Beton müssen abgetragen, zerlegt, dekontaminiert werden – Hülle und strahlende Innereien des Atomkraftwerks Greifswald. Es ist weltweit das größte Abrissprojekt dieser Art. Nach 18 Jahren „Rückbau“ wird das Projekt im Jahre 2013 mehr als 3 Mrd. € gekostet haben!

Auf dem Gelände des Kernkraftwerks befindet sich zur Zeit ein Informationszentrum.

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